04/2018

Informierte Flexibilität – Automation in Zeiten der Digitalisierung


Das Thema Industrie 4.0 ist mittlerweile nahezu allgegenwärtig. Für manche ein überzogener Hype, für andere der heilige Gral der modernen Fertigung. Unumstritten bieten der Einsatz neuer Technologien und die damit verbundene Digitalisierung jedoch vielfältige Möglichkeiten, unsere Produktionsprozesse nachhaltig zu verbessern. Welche Rolle spielt hierbei die Automation und wie muss diese hierfür in Zukunft gestaltet sein?

Oberstes Ziel: Optimierung
Unabhängig von jeglicher Technologie und anhaltenden Trends gilt es für jeden Fertigungsverantwortlichen, die vorhandenen Herstellungsprozesse kontinuierlich zu verbessern. Nur so bleibt Ihr Unternehmen auch langfristig wettbewerbsfähig. Die Ansatzpunkte sind vielschichtig: Erhöhung der Kapazität, Verbesserung der Qualität, Senkung der Stückkosten etc. Das Schema eines effektiven Optimierungsprozesses bleibt dabei jedoch immer das gleiche. Egal ob KVP, Kaizen oder Six Sigma, zunächst wird der Ist-Zustand dokumentiert, danach werden Verbesserungsmaßnahmen identifiziert und umgesetzt, um schließlich das Endergebnis mit dem erwarteten Soll-Zustand zu vergleichen und den Prozess unter den neuen Voraussetzungen zu wiederholen.

Hieraus ergeben sich in der Regel zwei besondere Herausforderungen. Wie mache ich meinen Ist-Zustand (und somit den Handlungsbedarf und das Ergebnis meiner Maßnahmen) messbar und wie setze ich Letztere am kostengünstigsten in die Tat um?

Prozessüberwachung elementarer Grundstein
Ohne verlässliche Ausgangsdaten (Ist-Werte) ist ein solcher Verbesserungsprozess in erster Linie Gefühls- und letztlich Glückssache. Für ein sowohl effektives als auch effizientes Vorgehen ist die vollständige Erfassung aller relevanten Prozessdaten somit unerlässlich.

Immer ausgereiftere und günstigere Sensorik sowie leistungsstarke Softwarelösungen machen dies heutzutage in einem Ausmaß und in einem Detailgrad möglich, der vor wenigen Jahren noch unvorstellbar oder nur mit erheblichen Aufwand realisierbar schien. Als Teil der Prozesskette bildet die Automation hierbei keine Ausnahme. Als Bindeglied zwischen den verschiedenen Prozessschritten liefert sie vielmehr eine herausragende Schnittstelle um derartige Informationen zu sammeln und zu koordinieren.

Flexible Lösungen erleichtern Nachjustierungen
Was tun, wenn die ausgewerteten Prozessdaten einen Handlungsbedarf ersichtlich machen? Bei kontinuierlicher Überwachung steigt die Wahrscheinlichkeit, eventuelle Verbesserungspotentiale zeitnah zu entdecken. Zunächst einmal etwas Positives. Vielfach bedeutet dies jedoch auch kleinere oder größere Anpassungen an den bestehenden Fertigungssystemen. Unter Umständen machen die Kosten der Umrüstung so sogar das mögliche Einsparungspotential gleich wieder zunichte. Flexible Lösungen erhöhen hierbei Ihren Spielraum, sodass Sie Ihren Fertigungsprozess auf Basis Ihrer Messdaten einfach und kostengünstig nachjustieren oder ggf. sogar vollständig umbauen können.

Auch hier gilt das Gleiche wieder für die Automation. Je flexibler die Automationslösung, desto nachhaltiger lässt sich Ihr Fertigungsprozess damit optimieren.

Automation der Zukunft ist intelligent und flexibel
Wie bereits erwähnt, ist die Automation in vielen Fällen das bindende Glied des betrachteten Prozesses. Sie sollte deshalb zunächst einmal in der Lage sein, vielfältige Prozessdaten zu erfassen, um diese wiederum für weitere Auswertung bereitzustellen. Bei HandlingTech bietet die Grundlage hierfür das HaTPad. Mit Hilfe aller gängigen Schnittstellenprotokolle ist es in der Lage, die benötigten Daten aus den angebundenen Maschinen und Geräten auszulesen, abzuspeichern und schließlich für die eigene Weiterverarbeitung oder Weitergabe an übergeordnete Systeme wie MES oder ERP aufzubereiten. Hierdurch erhalten Sie einen noch detaillierteren Einblick in die Abläufe Ihrer Fertigungszelle und können besonders zeitnah auf eventuelle Unzulänglichkeiten reagieren.

Darüber hinaus bieten die Automationslösungen von HandlingTech eine herausragende Flexibilität – sowohl in der gelieferten Hardware als auch Software. Zum einen lassen sich einzelne (Hardware-)Module im Nachhinein anpassen, ergänzen, austauschen oder auch wieder entfernen, zum anderen lässt sich die zugehörige Software, insbesondere durch den Einsatz des HaTPads, bei Änderungen im Prozessablauf mit geringem bis überschaubarem Aufwand an die neuen Gegebenheiten anpassen. Bei kleineren Anpassung, wie z.B. dem Einfahren eines neuen Werkstücks, oftmals sogar ohne die Unterstützung eines Servicetechnikers. Die Umrüstkosten werden somit auf ein Minimum reduziert.

Fazit
Unsere Fertigungsprozesse sind so individuell wie die Menschen, die sie erschaffen. Auch wenn bestimmte Strukturen sich in vielen Fällen ähneln, so bedarf es doch ebenso individueller Lösungen. Flexible Automationssysteme bieten Ihnen die Möglichkeit, Ihre Abläufe mit minimalen Aufwand kontinuierlich zu verbessern. Mit Hilfe einer verlässlichen Prozessdatenüberwachung wissen Sie zudem genau, welche Potentiale Sie auch in Zukunft noch erschließen können.